Das neue markilux-Gesicht

Interview mit Professor Andreas Kramer

Professor Andreas Kramer ist frei schaffender Industriedesigner und lehrt Computergestütztes Entwerfen an der Hochschule für Künste in Bremen. Seit 13 Jahren arbeitet er zusammen mit markilux an der Entwicklung deren Designlinie.


Herr Professor Kramer, Sie haben die Designlinie
von markilux maßgeblich mitgestaltet. Als Beispiel
sei die markilux 6000 mit ihrem Modulsystem genannt, das ganz auf Individualität setzt. Diese Linie baut markilux nun weiter aus. Auf was dürfen wir in puncto neues Design gespannt sein?

Nun, wie Sie gerade schon richtig bemerkten, haben wir die Designlinie weiterentwickelt. Mit der 930 swing, einer neuen offenen Markise, und der 990, dem Nachfolgemodell der bisher kleinsten Kassettenmarkise von markilux, bekommt die markilux 6000 Zuwachs. Das Design der beiden neuen Modelle ist sehr zurückhaltend, kompakt und reduziert, dabei aber gleichzeitig elegant und innovativ. Natürlich bei maximal möglicher Qualität. Damit passen die beiden Modelle perfekt zu moderner Architektur. Ebenfalls im Stil der neuen Designlinie kommt die markilux 5010 auf den Markt. Die Nachfolge eines Klassikers, der 5005.


Wie würden Sie den gemeinsamen gestalterischen Nenner der Designlinie beschreiben und welches Konzept steckt dahinter?


Ich denke, das Gemeinsame ist ihr modernes, zeitloses Design, was ihnen ein unverwechselbares, wiedererkennbares Gesicht gibt. Die Formensprache bedient sich einfacher und nachvollziehbarer Elemente, die leicht wiedererkannt werden. So wie beim iPod von Apple. Und was das zugrunde liegende Konzept betrifft, so spielt das Thema Individualisierung eine große Rolle. Für jeden Wunsch ist die passende Lösung dabei. Vom offenen bis zum geschlossenen System. Von reduziert und einfach bis extravagant und technisch komplex.


Neben der 930 swing kommt ja noch ein weiteres offenes Markisensystem neu auf den Markt, die markilux 1000. Passend hierzu gibt es das markilux Systemdach, das ebenfalls Ihre Handschrift trägt. Was war der Grundgedanke für das Design?


Der Grundgedanke für das Design war, die Optik der Markise auch mit Dach gut zur Geltung kommen zu lassen. Die markilux 1000 zeigt Tuch und Technik pur. Im Idealfall sollte das Dach daher unsichtbar sein. Aus diesem Grund kamen Elemente
aus Plexiglas und Aluminium zum Einsatz. Dieser
Gestaltungsansatz soll all diejenigen ansprechen,
die Wert auf Reduktion legen.

Tuch und Technik pur, Reduktion, das klingt ein wenig nach Retro-Design - dem Rückgriff auf Konzepte und Stile früherer Zeiten. Welche Bedeutung hat „Retro“ für das Design von heute und morgen?


Retro-Design wird in der Designszene kontrovers und vielschichtig diskutiert. Die Spanne reicht von „hat es immer schon gegeben“ bis „gute Gestaltung muss immer neu sein“. Inhaltlich geht es darum, bestehende, manchmal schon vergessene Elemente aufzugreifen und zeitgerecht neu zu interpretieren. Das führt dann im Idealfall dazu, dass etwas Neues entsteht. Etwas, mit dem sich der Nutzer leichter identifizieren kann, weil er es schon ein wenig kennt. So zum Beispiel beim „VW-Käfer“ und dem daraus abgeleiteten „Beetle“. Ich denke, dieser Ansatz ist auch bei den beiden neuen offenen Markisensystemen recht gut gelungen.


Design ist etwas Dynamisches. Es ist immer auch Ausdruck des jeweiligen Zeitgeistes und Trends unterworfen. Gibt es einen aktuellen Trend für den Lebensraum Terrasse und Balkon, einen „Gartentrend“?


Von einem speziellen Gartentrend würde ich nicht sprechen. Vielmehr ist auch hier das Thema Individualisierung sehr wichtig. Zielgruppen werden kleiner und spezieller, die Anforderungen an Produkte damit immer unterschiedlicher. Aber, es lässt sich beobachten, dass zunehmend in die eigenen Gärten investiert wird. Die Grenze zwischen Drinnen und Draußen verschwimmt. Beschattungsanlagen nehmen hier eine ganz besondere Rolle ein. Sie liegen nämlich genau auf dieser imaginären Grenze: Noch Bauwerk oder schon Garten? Soll das Tuch zum Wohnzimmer passen oder zum Blumenbeet? Orientiert sich die Markise an der Architektur des Hauses oder des Gartens? Hier gilt es, generelle Wohntrends zu beobachten und für den modernen Sonnenschutz anzupassen.


Inwieweit ist der Aspekt Zeitlosigkeit in diesem Zusammenhang von Bedeutung und was macht zeitloses Design für Sie aus?


Was wir heute als zeitlos empfinden, ist das, was wir am besten mit unserer Zeit vereinbaren können: Praktische Funktionalität, Reduktion, Nachhaltigkeit und Innovation, um einige Beispiele zu nennen. Es ist in gewisser Weise auch ein Trend, nur einer, der etwas länger andauert. Da eine Beschattungsanlage in der Regel einen langen Lebenszyklus hat, ist der Aspekt Zeitlosigkeit sicherlich wichtig. Denn eine Markise wechselt man nicht mal eben aus. Sie sollte sich harmonisch in das Bild einer Fassade einfügen. Aus diesem Grund hat markilux entschieden, sich an zeitgemäßer Architektur und zeitgemäßem Design zu orientieren. Und genau das spiegelt die aktuelle Designlinie mit ihrer Formensprache wider.


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